Die Geschichte des Herzschrittmachers |
| Veröffentlicht von HERZVERBAND Admin am 27.10.2010 |
Der erste Herzschrittmacher wurde am 8. Oktober 1958 in Stockholm implantiert. Es war ein technisch sehr einfaches Gerät, das nur aus zwei Transistoren, einer Quecksilberbatterie und einer Spule bestand. Die Bauelemente wurden mit Epoxydharz in einer Schuhcrèmedose vergossen. Die zwei Elektroden, über die das Herz stimuliert wurde, waren fest mit dem Schrittmacher verbunden.
In Österreich wurde 1964 erstmals ein Schrittmacher implantiert. Die Elektronik der Geräte war störanfällig, die verwendeten Batterien hatten eine kurze Lebensdauer und die Funktionsdauer betrug oft nur einige Monate, maximal eineinhalb Jahre. Die neue Technik, Elektroden über die Venen in das Herz einzuführen, wodurch eine Öffnung des Brustkorbes überflüssig wurde, brachte in den späten 60er und frühen 70er Jahren für die PatientInnen mehr Sicherheit. Die Entwicklung von Lithiumbatterien – sie werden auch heute noch verwendet – erlaubte die Größe der Schrittmacher zu verringern und deren Lebensdauer zu verlängern.
Vor allem aber die Möglichkeit, Schrittmacher von außen zu programmieren, also zum Beispiel Energieabgabe, Herzfrequenz und vieles mehr individuell an den Bedarf der PatientInnen anzupassen, machte sie zu einer sicheren Therapie in der täglichen Praxis.
Die Erfolgsgeschichte der Schrittmachertherapie in den 50 Jahren seit der Erstimplantation lässt sich an folgendem Beispiel anschaulich demonstrieren: Die Größe der Geräte heute entspricht etwa 1/5 der 1958 eingesetzten Geräte.
Funktionsdauer:
1965: maximal 2 Jahre
2008: bis zu 12 Jahre
ÖSTERREICHISCHER HERZFONDS
Türkenstraße 12/3, 1090 Wien, www.herzfonds.at
Telefon: 01/408 95 66, E-Mail: office(at)herzfonds(dot)at
Abenteuer Forschung – 50 Jahre Herzschrittmacher
Sonderschau vom 29. September 2008 bis Ende April 2009
Die Sonderschau „Abenteuer Forschung – 50 Jahre Herzschrittmacher“ gibt einen Ein- und Überblick in die technische Entwicklung der letzten 50 Jahre der Herzschrittmachertherapie. Ausgehend von Anatomie und Physiologie des menschlichen Herzens gewinnt der Betrachter auch Einblicke in die Implantationstechnik und die wesentlichen Komponenten eines Schrittmachers. Eine Sonderschau, die zu Herzen geht!
Die Ausstellung ist unter Mitarbeit des Technischen Museums Wien, des Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung sowie dem Österreichischen Herzfonds und der Arbeitsgemeinschaft Rhythmologie der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft entstanden.
Aktuelle Infos zur Eröffnungsveranstaltung und zum Programmangebot im Rahmen der Sonderschau finden Sie im Veranstaltungskalender unter www.technischesmuseum.at.
Anmeldung für Führungen:
Werktags in der Zeit von 9 – 13 Uhr unter 01/89998-3001
Eröffnung der Sonderschau:
28. September 2008, 11 Uhr.
Technisches Museum Wien, Mariahilfer Straße 212,
Öffnungszeiten Mo-Fr von 9-18 Uhr; Sa, So und Feiertag
von 10 – 18 Uhr; Geschlossen 1.1.; 1.5.; 1.11.; 25. & 31.12.
Der Text für diesen Artikel wurde uns vom Österreichischen Herzfonds zur Verfügung gestellt.
Zuletzt geändert am: 27.10.2010 um 16:30 Uhr
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